Erinnerungskultur – eine Einführung
Was ist Erinnerungskultur?
Unter Erinnerungskultur versteht man den gesellschaftlichen Umgang mit der Vergangenheit, insbesondere die Aufarbeitung von Diktaturen, Kriegen und Völkermorden, aber auch im kirchlichen Zusammenhang mit dem Missbrauch durch Priester und kirchliche Mitarbeiter:innen unter Ausnutzung ihrer Macht und ihrer Stellung. Erinnerungskultur zielt darauf ab, auf die historische Wahrheit hinzuweisen, aus Fehlern zu lernen und das Leid der Opfer in den Blick zu nehmen.
Begriffsklärung
Die Begriffe Erinnerungskultur, Erinnerungsarbeit, Gedenkkultur und Gedenkarbeit werden synonym verwendet. Gegen den Terminus Erinnerungskultur spricht, dass sich letztlich nur die Personen erinnern können, die eine bestimmte Situation erlebt haben. Gedenkkultur ist weiter gefasst. Jedoch hat sich auch im kirchlichen Kontext der Terminus „Erinnerungskultur“ durchgesetzt.
Relevanz
Erinnerungskultur bzw. Gedenkkultur im Kontext der sexualisierten Gewalt in den Kirchen ist für uns Betroffene sehr wichtig, damit das Unrecht und das damit im Zusammenhang stehende erlittene Leid nicht in Vergessenheit geraten. Die kirchlichen Verantwortungsträger können dadurch ein Zeichen für Anerkennung und Verantwortungsübernahme setzen. Sie ist auch für die an der Erinnerungskultur bzw. Gedenkkultur Teilnehmenden wichtig, um thematisch sensibilisiert zu werden und Betroffene besser zu verstehen. Sie soll Mahnung und „Denk-Mal“ sein, dass sich Vergangenes in der Zukunft nicht wiederholt.
Projektformen
In diesem Abschnitt sollen bereits bestehende Gedenkformen zusammengeführt und exemplarisch präsentiert werden. Die Intention ist es, Beispiele zu liefern, wie Erinnerungskultur bzw. Gedenkkultur aussehen kann. Dadurch können Anregungen zur Verwirklichung weiterer Aktionen gegeben werden. Auch die Ausleihe mancher temporärer Projekte ist möglich; die jeweiligen Kontaktdaten sind beigefügt.
Die Bandbreite der Gattungen ist groß. Bewusst nicht aufgenommen haben wir liturgische Gedenkfeiern bzw. Gedenkgottesdienste oder Tagungen, sondern ausschließlich Beispiele, die objekthaft oder darstellend im künstlerischen Kontext zu verorten sind. Aber natürlich sind auch dies Möglichkeiten der Gedenkkultur.
Partizipation
Diese Auflistung ist noch nicht abgeschlossen. Gerne nehmen wir Ihre Hinweise auf realisierte Projekte der Erinnerungskultur bzw. Gedenkkultur hier auf. Melden Sie sich bitte dafür bei uns. Gerne beantworten wir Ihnen auch Fragen, die damit in Verbindung stehen.
Kontakt:
Dr. Ilonka Czerny
Mitglied im Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz
Projekte
Objekt 2018
„Friedhofsgrab“
Ausstellung seit 2022
„Betroffene zeigen Gesicht“
Objekt 2022
„Baustelle“
Ausstellung seit 2022
„SHAME – European Stories“
Ausstellung seit 2023
„Betroffene klagen an“
Fotobuch 2023
„Light Up the Unspeakable“
Installation 2023
„Shattered Souls“
Pflanzaktion 2024
„Trauer-Blutbuchen“
Handreichung 2025
„Gegen das Vergessen: Erinnerungskultur“
Mahnmal 2025
„Heart“
Installation 2026
„Light Up the Unspeakable – Die Installation“
Mahnmal 2026
„Lichtblick“
Installation 2026
„memory – AUFDECKEN + ERINNERN“
Intervention seit 2026
„Schmerzpunkt“
Ausstellung 2026